Das Abendmahl und der Stern
Was ist hier auf dem Foto abgebildet? Die Antwort ist einfach: Ein Stern! Ein Stern aus Holz, gesägt aus einem dicken Stamm mit einer Motorsäge. Diesen Stern habe ich im Dezember auf dem Moringer Weihnachtsmarkt gekauft. Und er ist toll.
Das ist ein Stern. So sagen wir es, aber man könnte ihn auch ganz kritisch betrachten und fragen: Wieso soll das ein Stern sein? Worin ist er den echten Sternen am Himmel denn ähnlich? Die Antwort könnte dann nur lauten: In nichts. Dieser Stern aus Holz hat – äußerlich betrachtet – keinerlei Ähnlichkeit mit den Sternen des Weltalls. Wirklich keinerlei Ähnlichkeit, äußerlich betrachtet. Denn:
Echte Sterne sind aus Feuer, dieser ist aus Holz. Echte Sterne sind so groß wie unsere Sonne, dieser ist klein wie ein Fußball. Und wenn wir uns nachts die Sterne am Himmel anschauen, dann sehen wir sie als einfache Lichtpunkte: Bei unserem Holzstern sehen wir Strahlen, bei den echten Sternen nicht.
Da ist äußerlich betrachtet keinerlei Ähnlichkeit. Ist dieser Holzstern nun also ein Stern oder nicht? Ja. Weil uns nämlich allen klar ist: Dass er auf symbolische Weise ein Stern ist.
Mit dem Abendmahl ist es so ähnlich. Da hat der Pastor Oblaten und Traubensaft vor sich und sagt „Dies sind Leib und Blut Jesu Christi“. Und abgesehen von der Farbe des Traubensafts gibt es äußerlich betrachtet keinerlei Ähnlichkeit zu Leib / Blut Jesu. „Objektiv betrachtet“ sind die Abendmahlsgaben ganz etwas anderes als das, was über sie gesagt wird.
Aber genau wie der Holzstern ein Stern ist, wenn auch ein symbolischer: So symbolisieren die Abendmahlsgaben genau das, was Jesus für Menschen ist: Lebensbrot; einer der die Seele satt macht; einer der Kraft gibt und Motivation fürs Leben.
Wer den Holzstern nur als „Holzklotz mit Zacken“ bezeichnen würde, der hätte ihn nicht verstanden. Und wer das Abendmahl nur äußerlich betrachten würde, der hätte Jesus nicht verstanden.
Ostern rückt langsam näher. Dann sind wir in unseren Kirchen wieder eingeladen zum Abendmahl.
Dirk Grundmann



